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Lesungen über Anna und Gerhard

Um nicht nur ihre Lebensgeschichte, sondern auch die historischen Hintergründe meiner Recherchen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, halte ich Lesungen über ihr bewegtes Leben. Dabei folge ich ihrem Weg von Deutschland in die Niederlande und anschließend nach Frankreich. Im Mittelpunkt stehen ihre Flucht vor der Verfolgung, ihr Einsatz für verfolgte Juden und ihre Entscheidung, sich aktiv für Freiheit und Menschenwürde einzusetzen.

Während der Lesungen verbinde ich ihre persönliche Geschichte mit dem größeren historischen Zusammenhang. Anhand von Dokumenten, Fotos und Forschungsergebnissen zeige ich, welche Entscheidungen Menschen unter einer Diktatur treffen mussten und welche Risiken Anna, Gerhard und ihre Mitstreiter bereit waren einzugehen. Auch berichte ich über meine eigene Suche nach ihrer Geschichte und über die Quellen, mit deren Hilfe sich ihr Lebensweg nach vielen Jahrzehnten rekonstruieren ließ.

Der Eintritt zu meinen Lesungen ist frei. Ich verlange kein Honorar und es wird kein Eintrittsgeld erhoben. Besucher, die möchten, können eine freiwillige Spende leisten. Diese Spenden kommen den Gedenkstätten der ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück und Mittelbau-Dora zugute. Damit tragen die Lesungen nicht nur dazu bei, die Geschichte von Anna und Gerhard lebendig zu halten, sondern auch zum Erhalt der Orte, an denen sich ein Teil dieser Geschichte abgespielt hat.

Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern.

Lesung - 9 november 2026 Stadtbücherei Sprockhövel 19:00 Uhr

Lesung - 7 oktober 2026 Wetter Stadtbücherei

Lesung - 16 september 2026 Cloppenburg

Zeitungsartikel

Anna und Gerhard waren das Licht in der dunkelsten Nacht

Fred Seesing liest aus seinem Buch über ein jüdisches Ehepaar, das während der NS-Zeit Hunderten Menschen das Leben rettete

CLOPPENBURG – Autor Fred Seesing lädt Interessierte zu einer bewegenden Lesung aus seinem Roman ein Das Licht in der dunkelsten Nacht, am Mittwoch, 16. September, um 19.00 Uhr im Mehrgenerationenhaus. Es ist ein Werk, in dem laut Ankündigung Liebe, Verfolgung und Widerstand während des Nationalsozialismus eng miteinander verwoben sind.

Im Mittelpunkt stehen Anna und Gerhard, zwei junge jüdische Menschen, deren Leben von Flucht, Hoffnung und kaum vorstellbaren Entscheidungen geprägt ist. Auf Grundlage jahrelanger und sorgfältiger Recherchen erzählt Seesing ihre Geschichte.

Er berichtet von ihrer Flucht nach den Novemberpogromen 1938, ihrer Zeit im niederländischen „Werkdorp“ und ihrem verzweifelten Kampf während der deutschen Besatzung. Sie schließen sich dem Widerstand an, zunächst in den Niederlanden und später in Paris, und retten dabei Hunderten Menschen das Leben.

Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis. Der gesamte Erlös kommt den Gedenkstätten KZ Ravensbrück und KZ Mittelbau-Dora zugute.

Lesung - 28 mei 2026 Röbel/Müritz

Engelscher Hof Röbel

Auf Einladung der Stadtbibliothek Röbel/Müritz hielt ich am 28. Mai 2026 eine Lesung über meinen Roman Das Licht in der dunkelsten Nacht. An diesem Abend erzählte ich nicht nur die Geschichte von Anna und Gerhard, sondern auch von den jahrelangen Recherchen, auf denen der Roman basiert.

Rückblick: Lesung mit Fred Seesing am 28. Mai

Rückblick: Lesung mit Fred Seesing am 28. Mai

Am 28. Mai fand im Engelschen Hof eine Veranstaltung statt, die die rund 35 Anwesenden tief berührte und noch lange nachwirkte. Die Lesung von Fred Seesing, in den Niederlanden geboren, war wie eine stille Mahnung, unsere Verantwortung für die Gegenwart nicht aus den Augen zu verlieren.

Auslöser für seinen Roman war ein Satz, der sich wie eine schicksalhafte Botschaft in sein Gedächtnis eingebrannt hatte: „Die war plötzlich weg.“ Diese Worte ließen Fred Seesing, dessen Vater und dessen Bruder zwischen 1943 und 1945 als Zwangsarbeiter in Deutschland waren, nicht mehr los. Sie bezogen sich auf eine verschwundene Tante, deren Namen er schließlich auf einer Deportationsliste wiederfand. Weitere Nachforschungen führten ihn schließlich zu den Arolsen Archives, dem internationalen Zentrum zur NS-Verfolgung mit dem weltweit größten Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus. Dort begann eine Suche, die das persönliche Schicksal einer ganzen Familie sichtbar machte.

In den Archiven stieß Fred Seesing auf zwei Menschen, deren Lebensgeschichten die Grundlage für seinen mehr als 800 Seiten umfassenden dokumentarischen Roman bildeten: Anna Chlebowski, geboren in Köln, und Gerhard Sperber, geboren in Berlin. Die authentischen Dokumente, Registrierungskarten und Fotos zeichnen die verschiedenen Stationen eines Lebens nach, das von Flucht, Verlust und Verfolgung geprägt war. Die Dialoge im Roman sind fiktiv, doch die historischen Fakten sind belegt, überprüft und dokumentiert.

Materialien wie Dokumente, Fotos und Registrierungskarten begleiteten die vorgelesenen Passagen aus dem Roman und machten den Weg des Paares nachvollziehbar. Was den Roman so besonders macht, ist nicht nur die reine Chronologie, sondern vor allem die eindringliche Einladung, über Verantwortung, Erinnerung und Menschenwürde nachzudenken.

Eine Freundin von Fred Seesing, Birgit Zwenker aus Röbel, las Passagen aus dem Roman vor, die sehr bewegend waren und die Anwesenden immer wieder gebannt zuhören ließen. Das junge Paar, inzwischen verheiratet und mit der erst wenige Tage alten Tochter Irene, sieht sich gezwungen, nach Frankreich zu fliehen. Sie geben ihre Tochter in die Obhut einer Pflegefamilie, um dem Kind eine Chance zum Überleben zu geben. In Frankreich schließen sie sich dem jüdischen Widerstand an, werden jedoch entdeckt, deportiert und nach Buchenwald beziehungsweise Ravensbrück gebracht.

Das Schicksal Irenes lässt Fred Seesing nicht los, und weitere Nachforschungen führen ihn schließlich zu Irene selbst. Nach intensiver Recherche konnte er sie finden und Kontakt zu ihr aufnehmen. Fotos zeigen die Begegnung mit der Familie, die dankbar dafür ist, endlich mehr über ihre Herkunft und Vergangenheit zu erfahren. Durch den Roman, so sagen sie, haben ihre Eltern und Großeltern ein Leben bekommen.

Die Veranstaltung hinterließ eine stille, nachdenkliche Atmosphäre. Die Anwesenden verließen den Engelschen Hof mit dem Gefühl, dass wahre Geschichten nicht nur gelesen, sondern auch gefühlt werden müssen – damit schreckliche Zeiten wie damals niemals in Vergessenheit geraten.

Stadtbibliothek Röbel/Müritz

Lesung - 22 april 2026 Sprockhövel-Niedersprockhövel

Ankündigung Lesung Lesung

Evangelisches Gemeindehaus

Auf Einladung von Omas gegen Rechts Sprockhövel, dem Förderverein der Stadtbücherei Sprockhövel e.V. und der Stadtbücherei Sprockhövel erzähle ich bei dieser Lesung von meinem Roman Das Licht in der dunkelsten Nacht und von der wahren Geschichte hinter dem Buch.
Anhand des Lebens von Anna und Gerhard Sperber erzähle ich von Verfolgung, Widerstand und den Folgen einer Diktatur für gewöhnliche Menschen. Ihre Geschichte gehört der Vergangenheit an, trägt aber zugleich eine aktuelle Botschaft in sich: Demokratie und Freiheit sind nicht selbstverständlich. Die Ereignisse von damals erinnern uns daran, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben, wenn demokratische Werte, Menschenrechte und der Rechtsstaat unter Druck geraten.

Lesung - 9 februari 2026 Sprockhövel-Herzkamp

Romanlesung

Ein Abend mit vielen emotionalen Momenten in Sprockhövel

Von Lilo Ingenlath-Gegic

Fred Seesing aus Herzkamp hat den Roman Das Licht in der dunkelsten Nacht geschrieben. Auf 880 Seiten erzählt er von Anna und Gerhard, ihrer Liebe, der Verfolgung und dem Widerstand. Während einer besonders interessanten Veranstaltung mit vielen emotionalen Momenten berichtete er am Montagabend ausführlich über die Geschichte hinter seinem Buch. Der Saal des evangelischen Gemeindehauses in Herzkamp war mehr als gut gefüllt. 120 Menschen hörten gebannt zu, während Seesing von seinen Recherchen und seiner akribischen Suche nach Spuren und Zusammenhängen erzählte. Reaktion in der Zeitung

Recherche zum Schicksal niederländischer Juden

Durch die Beschäftigung mit seiner eigenen Familiengeschichte setzte sich der Niederländer intensiv mit dem Schicksal der Juden in den Niederlanden auseinander. Sein Vater und dessen drei Brüder waren – wie etwa eine halbe Million Niederländer – von 1943 bis 1945 als Zwangsarbeiter in Deutschland. In seinem Familienstammbaum stieß Seesing – der 1954 in Rotterdam geboren wurde – auf Tante Rose, über die es hieß: „Die war plötzlich weg.“ Seine jüdische Großtante fand er schließlich auf einer Deportationsliste wieder.
Seesing setzte seine Recherchen fort und besuchte die Arolsen Archives, das weltweit größte Archiv, das Informationen über das Schicksal verfolgter Juden und anderer Opfer des Nationalsozialismus sammelt. Als Freiwilliger half er dort bei der Digitalisierung von Dokumenten und trug zur Aufklärung verschiedener Lebensgeschichten bei. Im Archiv stieß er auf Anna Chlebowski – ein jüdisches Mädchen, 1920 in Köln geboren und in Essen aufgewachsen – und Gerhard Sperber, 1920 in Berlin geboren. Danach folgte eine intensive Recherche über das Leben der beiden.

Während der Veranstaltung in Herzkamp nahm Seesing die Besucher mit auf diese akribische Spurensuche. Er zeigte Quellen, Fundstücke, Karteikarten, Dokumente und Fotos, die ihn oft sehr nahe an das Leben von Anna und Gerhard herangeführt hatten. So nahe, dass während seiner Präsentation immer wieder emotionale Momente entstanden. Um die Erinnerung an das Leben von Anna und Gerhard lebendig zu halten, schrieb Seesing einen Roman. Aus diesem Roman las Christiane Gkesios, eine Freundin des Autors, einige bewegende Passagen vor. Der Text ist Fiktion, doch was den Hauptpersonen widerfährt, ist historisch dokumentiert. Die Szenen sind nah an der Wirklichkeit – nah am Leben von Anna und Gerhard. An diesem Abend berührten sie die Anwesenden immer wieder sichtbar. Die jüdischen Jugendlichen flohen kurz nach den Novemberpogromen von 1938 in die Niederlande. Dort lernten sie sich kennen und verliebten sich. Im Werkdorp, einem Ausbildungszentrum für junge jüdische Emigranten, begannen sie eine Berufsausbildung, die sie auf die Auswanderung nach Palästina oder Amerika vorbereiten sollte. Seesing zeigte einen Filmausschnitt von der Grundsteinlegung des Werkdorps. „Es soll ein kleiner Lichtblick in diesen dunklen Tagen sein“, hieß es in dem Wochenschaubericht von 1934.

Seesing, der seit 53 Jahren in Deutschland lebt, untersuchte auch die niederländischen Aspekte der Judenverfolgung und die Verbindungen innerhalb des europäischen Widerstands. Mehr als fünf Jahre lang suchte er intensiv nach Informationen über Anna und Gerhard. Wie Puzzleteile fügte er alles zu einem Gesamtbild zusammen. In seinem Buch Das Licht in der dunkelsten Nacht wechselt er zwischen verschiedenen Erzählebenen. Um auch das heutige Wissen in die Geschichte einfließen lassen zu können, führt er fiktive Gespräche mit seiner Tochter. Im Mai 1940 überfällt Deutschland die Niederlande. Das Leben für Juden wird immer schwieriger. Anna und Gerhard heiraten; ihr Hochzeitsfoto zeigt ein glückliches junges Paar. Im August 1943 wird ihre Tochter Irene geboren. Viele Juden waren zu diesem Zeitpunkt bereits in Vernichtungslager deportiert worden. Im Roman wird der historische Kontext immer wieder genau beleuchtet. Anna und Gerhard fliehen nach Frankreich und schließen sich einer jüdischen Widerstandsorganisation an. Ihre Tochter Irene müssen sie bei einer Pflegefamilie zurücklassen. Eine Szene im Roman beschreibt diese schwierige Entscheidung auf bewegende Weise.
Am Ende erlebten die Besucher den emotionalsten Moment des Abends: Die inzwischen 82-jährige Irene war gemeinsam mit ihren Söhnen und Enkelkindern nach Herzkamp gekommen. Tief bewegt dankten sie Fred Seesing für seine Recherchen und für den Roman, in dem ihre Eltern und Großeltern „ein Leben bekommen haben“.

Links naar verschillende archieven / websites

  • Gedenkstätte Buchenwald (D)
  • KZ Buchenwald Wikipedia (D NL)
  • Gedenkstätte Buchenwald - Kulturstadt Weimar (D)
  • Gustloff-Werk II (D)
  • YouTube: Die roten Kapos von Buchenwald (D)
  • YouTube: Das Leben eines Häftlings KZ-Buchenwald Dokumentation (D)
  • Timeline of deportations of French Jews to death camps

  • Literatuur

  • Kassenborck, K. NANNO Onderduiker im Rettungswisrstand Heidelberg 2022 ISBN 978-3-95505-334-5 (D)
  • Chaigneau, J.F. Le Dernier Wagon Paris 1981 ISBN 2-7242-1295-9
  • Fransecky von, T. Flucht von Juden Aus Deportationszügen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden Berlin 2014 ISBN 978-3-86331-168-1
  • Hackett, D.A. Der Buchenwald-Report 2023 ISBN 978-3-406-81168-5